Geplante Vollsperrung der Rönner Elbbrücke

CDU, Grüne/Piraten und Freie Wähler zeigen sich irritiert über Alleingang der SPD Samtgemeindebürgermeisterkandidatin

In einer jüngst erschienenen Pressemitteilung fordert die Kandidatin der SPD für das Samtgemeindebürgermeisteramt dazu auf, über Partei- und Ländergrenzen hinweg an Lösungen zur alternativen Elbquerung für die Zeit der geplanten Vollsperrung der Rönner Elbbrücke zu arbeiten. Darüber zeigen sich die Fraktionen von CDU, Grüne/Piraten und Freien Wählern im Rat der Samtgemeinde Elbmarsch irritiert.

Genau diese Zusammenarbeit finde in der Elbmarsch und darüber hinaus schon sehr lange in diversen Arbeitskreisen und Gruppen statt, so die Sprecher Heiko Scharnweber (CDU), Dörte Land (Gruppe Grüne/Piraten) und Ulf Riek (FW). Alle Fraktionen, die Verwaltungen und die Verkehrskoordinatorin des Landkreises Harburg, Frau Dr. Susanne Dahm, arbeiten dabei eng zusammen, um die Beeinträchtigungen für die zahlreichen Pendler und Gewerbetreibenden aus der Elbmarsch so gering wie möglich zu halten. Die Stelle der Verkehrskoordinatorin sei bereits Anfang 2019 unter anderem zu diesem Zweck von den örtlichen Kreispolitikern geschaffen worden. Auf Druck der Koordinatorin hin und durch eine gemeinsame Resolution und eine Unterschriftenaktion hätte die Elbmarsch es im letzten Jahr erreicht, dass die beteiligten Bundesländer Niedersachsen und Schleswig-Holstein die ursprünglich für dieses und nächstes Jahr geplanten Arbeiten auf einen gemeinsamen Termin im Sommer 2022 gelegt haben. Durch die parallele Durchführung der Arbeiten habe man die Gesamtdauer der Sperrungen verringert und Zeit gewonnen, um praktikable Lösungen für alternative Elbquerungen zu finden. Es sei mittlerweile ein Bündel an möglichen Maßnahmen erarbeitet und zum Teil bereits in die Wege geleitet worden. Dazu zählen die Durchlässigkeit der Brücke für den Fuß- und Radverkehr mit einer Busanbindung auf der jeweils anderen Seite, E-Bike und E-Roller-Sharingstationen beiderseits der Brücke und der Personentransport über Fähren oder Passagierschiffe. Auch das Abstellen des eigenen Autos auf der jeweils anderen Seite sei bei entsprechender Shuttlebusanbindung denkbar. Ein Wasserbus, wie von der SPD-Samtgemeindebürgermeisterkandidatin ins Spiel gebracht, könne zwar ein attraktives zusätzliches touristisches Angebot sein, der Nutzen für diejenigen, die die Querung aus beruflichen Gründen benötigen, sei aber fragwürdig.

Zuletzt hatten sich alle Fraktionen in der Elbmarsch dafür ausgesprochen, einer Bürgerinitiative an den Start zu helfen, mit deren Hilfe den Forderungen Nachdruck verliehen werden könnte. Im Rahmen der Vorgespräche zur BI sei auch vereinbart worden, dass es keine wahlkampftaktischen Alleingänge Einzelner geben soll, um der gemeinsamen Sache nicht zu schaden. „Wir verstehen, dass die Verlockung für einige groß sein mag, angesichts der im September bevorstehenden Kommunalwahlen und der Samtgemeindebürgermeisterwahl, das Verkehrsthema dafür zu nutzen, politisches Kapital herauszuschlagen“, vermuten die Parteisprecher. Angesichts der zum Teil erheblichen Beeinträchtigungen im Zusammenhang mit der Brückensperrung für viele Elbmarscher Bürgerinnen und Bürger sowie Gewerbebetriebe sei ein solches Vorgehen unverständlich und nicht zielführend. Die Parteivertreter von CDU, Grüne/Piraten und Freien Wählern wollen sich weiter, auch in Kooperation mit den zuständigen Landtagsabgeordneten in beiden Ländern, dafür einsetzen vertrauensvoll und eng an einer Verbesserung der Situation zu arbeiten.

Auf dem Foto von links nach rechts: Heiko Scharnweber (CDU), Dörte Land (Grüne/Piraten) und Ulf Riek (Freie Wähler)

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